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George Orwell

George Orwell alias Eric Arthur Blair wurde am 25. Juni 1903 in Motihari, Indien geboren. Indien war zu dieser Zeit Teil des Britischen Empires und so hing auch die Existenz seiner Familie vom Empire ab. Sein Vater Richard war Angestellter im sog. Opium Department seine Mutter Ida Mabel Blair war die Tochter eines reichen, französischen Kaufmannes. Orwell’s Familie war das, was man zur damaligen Zeit die lower-uppper-middle-class nannte, welche in jedem Fall auf die Gunst des Empires angewiesen war.

1907 zog Orwell mit seiner Familie nach Henley, GB, nur sein Vater arbeitete bis zu seiner Pensionierung (1912) weiter in Indien. Orwell ging in GB auf eine private Vorschule und machte sich dort so gut, dass er ein Stipendium für Wellington und sogar Eton bekam. Doch Orwell wollte gar nicht nach Eton, die Gründe dafür hielt er fest in seinem Buch Why I write. Er sagt darin, dass englische Literatur in Eton nicht als Hauptfach gewählt werden konnte, weil es für die meisten der dortigen Schüler gar keinen Sinn gemacht hätte sie darin zu lehren. Orwell jedoch wusste seit seinem 5. oder 6. Lebensjahr sehr genau, dass er Autor werden wollte. So ging er nicht zur Universität sondern 1921 wieder zurück nach Indien wo er sich bei der indischen Polizei verpflichtete. Doch bereits 1927 verließ er diese wieder, da er zum einen das Leben als Polizist als Ablenkung von seiner eigentlichen Bestimmung, dem Schreiben, sah, und zum anderen diente er einem politischen System an das er nicht länger glauben wollte. In seinem Buch Road to Wigan Pier (1937) nennt er seine Flucht die Flucht vor jeder Form der Herrschaft von Menschen übereinander.

So ging er zurück nach England wo er im East End district unter den ärmsten der Armen lebte. 1928 zog es ihn dann nach Paris, wieder in ein Armenviertel, wo er neben dem Schreiben als Tellerwäscher begann. 1929 zog Orwell dann wieder zurück nach England. Er arbeitete dort als Lehrer, eröffnete einen Buchladen und fing erneut das Schreiben an. Seine Gründe, warum er unter den Armen leben wollte erläutert er später so: Für ihn waren die Armen die Opfer der Unterdrückung durch den Staat, was ihn an die Menschen in Burma erinnerte, die auch vom Staat verfolgt wurden, als er noch Polizist war.

Das erste Buch das unter seinem Synonym George Orwell erschienen ist heißt Down and Out. Es war das Tagebuch eines Armen Schiffsjungen. Nachdem Orwell von zwei Verlegern abgewiesen worden war konnte er 1934 Burmese Days veröffentlichen, welches von seinen Erfahrungen in Indien erzählt. Down and Out sollte eigentlich niemals den Markt erreichen, doch durch einen glücklichen Zufall kam es dann doch dazu. Das Ziel das Orwell mit diesem Buch verfolgte war, der britischen Gesellschaft zu zeigen, auf was ihre Existenz basierte. Dies war eine typische Eigenschaft für Orwell, der sich selbst gerne als den Enthüller einer schmerzlichen Wahrheit und Vertreter der Moral inszenierte. Diese Eigenschaft kann man auch bei Winston Smith, dem Protagonisten aus 1984 feststellen der sich selbst auch als letzten Vertreter der Moral betitelt.

Die Wahl des Pseudonyms war für Orwell auch ein Persönlichkeitswechsel: Vom Eton-Stipendiaten und ehemaligen Kolonial-Polizist Eric Blair zum klassenlosen, antiautoritären George Orwell.

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